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3 Grünauer beim IRONMAN Frankfurt 2009

Am 05.07.2009 starteten und finishten Torsten Oppatt, Gregor Stötzer und meine Wenigkeit, Marco Lügge, beim Ironman in Frankfurt. Da ich mit den anderen beiden Vorort jedoch kaum Kontakt hatte, seht Ihr den Wettkampf erstmal nur aus meiner Perspektive.

Nun war es endlich soweit. Die Anmeldung war bereits ein Jahr lang her und mein erster Ironman stand auf dem Plan. Leider begann alles unter schlechten Vorzeichen, da mir am Dienstag vor meiner Abfahrt noch jemand in mein Auto gefahren ist. Aber zum Glück blieb ich ohne Verletzungen, sodass alles planmäßig weitergehen konnte.

Wer mich kennt, weiß, dass ich immer lieber vieeel früher am Wettkampfort bin und so ging es für mich bereits am Donnerstag ab nach Frankfurt bzw. in ein kleines Dorf ganz in der Nähe des Langener Waldsees und somit des Schwimmstarts.

Am Freitag ging es dann nach Frankfurt um die Startunterlagen abzuholen. Als ich ankam, gab es bereits das erste Mal richtige Gänsehaut, da ich aus der Tiefgarage kommend, direkt vor den zwei Zieltribünen stand. Ein imposantes Bild inmitten der Frankfurter Altstadt. Im Rathaus gab es dann die Startunterlagen, einen Ironman-Rucksack, 3 farbige Säcke sowie ein Bändchen für’s Handgelenk. Nur 100m weiter hatte die Sport-Expo ihre Zelte aufgeschlagen. Alles was in der Triathlon-Szene Rang und Namen hat, war dort mit einem Stand vertreten. Und wer genau hingesehen hat, konnte neben den kleinen Schnäppchen auch das eine oder andere richtig große machen (z. B. Giro-Aerohelm: Statt 160 EUR für 50 EUR). Es lohnt sich in jedem Fall Vorort einen Notgroschen in der Tasche zu haben ;)

Am Nachmittag gab es in der Frankfurter Eissporthalle die Wettkampfeinweisung. Hier wurde dann noch mal die komplette Wettkampfstrecke erklärt, sowie die wichtigsten Regeln inkl. der Bedeutung der Karten bei Windschattenfahren etc. … Kurz vor Ende wurden dann plötzlich die Namen von ca. 50 Altersklassenathleten aufgerufen. Viele guckten sich fragend an und die beiden, die neben mir saßen und aufgerufen wurden hatten leichte Schweißperlen auf der Stirn. Ich hatte schon eine Vermutung und tatsächlich: Alle Aufgerufenen mussten zur Blutabnahme und somit zur Doping-Kontrolle. Im Vorfeld wurde vom Veranstalter angekündigt, dass man versucht mit „Eiserner Transparenz“ gegen Doping vorzugehen und erstmalig wurden bei Altersklassenathleten Tests in diesem Umfang durchgeführt.

Am Samstag musste dann das Rad in der ersten Wechselzone abgegeben werden. Diese befand sich direkt am Langener Waldsee. Der zweite Wechsel zum Laufen hingegen ist mitten in Frankfurt. Somit mussten zwei der drei farbigen Beutel mit dem jeweiligen Nötigen gefüllt werden, das man beim Rad und Laufen braucht. Hier war es wichtig nichts zu vergessen, da man nach dem Check-In keine Möglichkeit mehr hatte an den Beutel für den zweiten Wechsel zu kommen. Für alle Räder gab es eine Bikegarage und noch mal den Hinweis, dass man die Luft aus den Reifen lässt, damit diese in der Sonne nicht platzen. Auf dem Rückweg zum Parkplatz traf ich dann auch das erste Mal auf Torsten und Gregor. Diese machten im Gegensatz zu mir einen relativ gelassenen Eindruck. Bei mir hingegen stieg die Nervosität doch merklich an.

Zur Beruhigung sah ich mir im Hotel dann den Prolog der Tour de France an, während ich immer wieder im Kopf durchging, ob ich nicht irgendetwas vergessen hatte in einen der Beutel zu stecken. Das Hotel war belagert von Athleten und Angehörigen. Somit konnte man abends im Restaurant das ein oder andere nette Gespräch führen. Das mexikanische Restaurant hatte lediglich drei Nudelgerichte, aber diese wurden zu 90% geordert. Egal wohin man auch geguckt hat, überall Nudeln. Natürlich auch für mich ;)
Nach einer sehr kurzen Nacht von maximal 3 Stunden klingelte um 3 Uhr morgens der Wecker. Die Müdigkeit wurde auch sehr schnell von der Anspannung abgelöst. Nachdem ich noch ca. zehn Mal alles durchgegangen bin, damit ich auch ja nichts vergesse und mir dann noch noch zwei Laugenbrötchen reingewürgt habe, ging es dann um 4 Uhr los in Richtung Langener Waldsee. Wie zu erwarten war, war ich einer der ersten und musste sogar noch 5min warten bis die Wechselzone öffnete. Nach und nach füllten sich die Reihen und alle waren auf der Suche nach den Pumpen die von einem zum anderen gingen. Da ich mit hohen Temperaturen gerechnet hatte und wusste, dass es einen Anstieg mit Kopfsteinpflaster gibt, entschied ich mich lediglich mit 9 bar zu fahren. Nach einer Weile kamen auch die ersten Profis an ihre Räder, sodass man auch mal einen Blick auf Macca und Co. werfen konnte.

Um 6:45 Uhr war es dann soweit. Die Profis und die ersten 300 Altersklassenathleten gingen an den Start der 3,8km langen Schwimmstrecke. Diese bestand aus einer 2km Runde, einem kurzen Landgang und dann noch mal einer 1,8km Runde. Um 7:00 Uhr ging es dann auch für mich und die restlichen 2000 Starter los. Wie man der Zahl schon entnehmen kann ist ein gewisses Gedränge unvermeidlich. Dies hielt sich bei mir jedoch sogar noch bis zur zweiten Schwimmrunde. Völlig entnervt schwamm ich an den Rand und musste so zwar ein paar mehr Meter schwimmen, aber konnte Kräfte sparen, da ich nicht mehr ständig einen Arm oder Fuß im Gesicht hatte.

Nach einer, für mich, richtig guten Schwimmzeit (die genauen Zeiten stehen am Ende), ging es nach einem schnellen Wechsel ab aufs Rad. Wohl wissend, wie lang 180km (2 Runden waren zu fahren) sein können, bin ich das Radfahren vorsichtig angegangen. Die Tatsache, dass mein Tacho ausgefallen ist, war dabei nicht gerade vorteilhaft. Nach ca. 10km waren bereits ein paar andere Teilnehmer an mir vorbeigeflogen. Im Übrigen war wohl das mit Abstand häufigste Rad ein Cervélo P3C mit ZIPP-Laufrädern. Also wer sich an Top-Material nicht sattsehen kann, für den ist der Ironman genau das Richtige! Aber zurück zu den 10km. Ausgestattet mit einer Aero-Flasche flog mir bei einem Schlagloch dummerweise das Netz oben raus. Somit hatte jede weitere Erschütterung zur Folge, dass das Iso-Getränk aus der Flasche sich über das komplette Rad und mich verteilte. Dies wurde dann richtig schlimm als es das erste Mal an einen härteren Anstieg ging: „The Hell“ – gespickt mit ausschließlich Kopfsteinpflaster und ca. 500m lang. Mit einem richtig dicken Gang ging es für mich vorbei an fast allem was in dem Moment vor mir gefahren ist. Die Stimmung war spitze aber mittlerweile klebte wirklich alles, da die Flasche nach dem Anstieg komplett leer war. Aber egal, weiter gings. Entgegen meiner Erwartung war die Strecke doch etwas welliger. Sicherlich gibt es etliche Strecke, die deutlich anspruchsvoller sind, aber ich hatte die Strecke halt flacher erwartet. Nach mehreren unbekannten Anstiegen ging es dann zum Ende der ersten Radrunde nach Bad Vilbel zum „Heartbreak-Hill“. Hier stehen die Fans so dicht wie bei einer Bergetappe der Tour de France. Hier ging es für mich, im Vergleich zu meinen Mitstreitern, ebenfalls wieder erstaunlich gut hoch. Gänsehaut machte sich erneut breit und das gute Gefühl zu wissen, dass man die erste Runde fast geschafft hat. Nach dem Anstieg ging es fast nur noch runter zurück nach Frankfurt. Hier musste auch durch einen Tunnel gefahren werden, vor dem auch eindringlich gewarnt wurde, da die Sichtverhältnisse sehr schlecht sind. Ich hatte dies etwas unterschätzt und bin tatsächlich fast im Blindflug durch den Tunnel. Jetzt galt es die Runde „nur noch“ ein zweites Mal zu bewältigen. In der zweiten Runde, wurde dann der „Heartbreak-Hill“ auch zu einer echten Qual. Ich hatte das Rad so satt und wollte einfach nur noch laufen.
Gute 30min später wurde mein Wunsch auch erfüllt und es ging endlich auf den abschließenden Marathon. Hierfür mussten vier Runden entlang des Main absolviert werden. Die mittlerweile unerträgliche Hitze bei gut 30°C wurde lediglich ein Mal durch ein paar Wolken für rund 30min unterbrochen. Jede Runde musste man sich ein andersfarbiges Armband abholen, sodass die Helfer sehen konnten, wie viele Runden man noch vor sich hat. Die erste Runde ging noch richtig gut. Ich hatte mich wieder etwas zurückgenommen und lief mit einem glatten 5min Schnitt an. Der wurde jedoch jede Runde um ziemlich genau 20s langsamer. In der dritten Runde kam bei Kilometer 25 dann das erste Mal ein komisches Gefühl in mir auf. Die Beine konnten noch aber die Luft wollte nicht mehr so wirklich. Durch eine kurze Pinkel-Pause im Dixi hatte sich das aber zum Glück wieder erledigt. „Wildpinkeln“ wurde übrigens ebenfalls mit einer Zeitstrafe geahndet.

An den Verpflegungspunkten gab es Wasser, Iso, Cola, Redbull, Salz, Gels und Schwämme. An manchen Stationen gab es sogar direkt Salzwasser. Leider hatte ich dieses ein Mal gegriffen und mir wurde davon schlagartig schlecht. Nach gut 3km laufen beruhigte sich mein Magen zum Glück aber wieder.
Mittlerweile hörte ich mehrere Stimmen in meinem Kopf. Die eine sagt, dass ich doch ruhig mal gehen kann und es doch völlig egal ist, ob ich am Ende 5min langsamer bin. Die andere schreit: Beißen Junge! .. Ich hatte mir eigentlich nur noch einen Schalter gewünscht um Ruhe zu haben, aber die wirrsten Gedanken schwirrten durch meinen Kopf.

Als die letzte Runde anbrach hatte ich gehofft, dass mir das einen Schub verpassen würde. Aber nichts da, ich war mittlerweile so ziemlich am Ende und wollte nur noch ins Ziel. Ich hielt mich immer an dem Gedanken fest, dass ich einen der schönsten Momente in meinem Leben erleben werde, wenn ich den Römerberg hoch ins Ziel laufe. Ich hatte zu Beginn der letzten Runde einen Leidensgenossen gefunden der ebenfalls nur noch eine Runde zu absolvieren hatte und so zogen wir uns gegenseitig die letzten 10,5km. Am Ende habe ich es zum Glück doch geschafft durchzulaufen und selbst an den Verpflegungspunkten nicht stehenzubleiben. Kurz vor dem Ziel war es dann soweit. Man bog von der normalen Strecke ab und hatte noch ein paar 100m bis zum Anstieg am Römerberg zu laufen. Als ich den roten Teppich vor Augen hatte waren die Beine so leicht wie Federn. Es war ein unbeschreiblicher Moment durch die Menschenmassen zu laufen und bejubelt zu werden. Endlich geschafft. Ironman!

Kurz nach dem Ziel standen dann auch Helfer parat, die einem egal wobei halfen. Da ich kaum noch stehen konnte und einen höllischen Sonnenbrand hatte (ein Mal mit Schutzfaktor 30 vor dem Schwimmen eincremen reicht nicht!!!!!!) wurde mir ein nasses Hand übergelegt und ich wurde ins Verpflegungszelt gebracht. Allerdings erging es mir dabei noch deutlich besser als vielen anderen. Auf dem Weg zum Zelt bin ich an mehreren Tragen vorbeigelaufen an denen die Teilnehmer ärztlich versorgt wurden. Nach einer guten Stunde konnte ich dann auch wieder die ersten Schritte gehen.

Die Anstrengung spüre ich auch zwei Tage später noch deutlich, aber der Sonnenbrand ist viel schlimmer. Also die eine Minute mehr beim Wechsel, werde ich mir bei der nächsten Langdistanz auf jeden Fall gönnen!

In jedem Fall danke ich allen, die das Rennen im Live-Ticker verfolgt oder die Daumen gedrückt haben! Das ist wirklich ein gutes Gefühl!

Da ich alleine Vorort war, sind die Bilder lediglich ein paar Eindrücke, die ich mitgenommen habe. Wenn Ihr Bilder von uns Dreien sehen wollt, dann auf folgender Website einfach unsere Startnummern angeben: http://www.asiphoto.net/

Startnummer
Torsten 2621
Gregor 2139
Marco 1895

Ein Bericht von Marco Lügge.
Ergebnisse:

Platz Name Swim Bike Run Gesamt
0001 Timo Bracht 00:47:45 04:24:51 02:43:06 07:59:15
0002 Eneko Llanos 00:44:59 04:24:24 02:47:21 08:00:21
0003 Chris McCormack 00:47:46 04:24:52 02:46:59 08:03:05

0655 Marco Lügge 01:06:34 05:35:57 03:54:30 10:43:20

1188 Torsten Oppatt 01:02:29 05:29:41 04:57:23 11:37:06

1860 Gregor Stötzer 01:13:04 06:38:58 05:25:25 13:29:47

Alle Ergebnisse unter: http://services.datasport.com/2009/tri/ironman_germany

4 Reaktionen zu “3 Grünauer beim IRONMAN Frankfurt 2009”

  1. Marcel Obersteller

    TOLLE Leistungen Jungs!
    Glückwunsch!
    Ihr könnt richtig stolz auf Euch sein!

    @Gregor und Marco: Ab jetzt heißt dann also Mr. Ironman vor Euren Namen ;)

  2. skurt

    Klasse Bericht und Top Leistung von euch! *RESPEKT*

  3. rob

    Auch von mir ein “RESPEKT” an die Ironmänner

  4. Rasmus

    Sauber, Lügge!
    Und natürlich auch Gregor und Torsten!
    Aber bitte: Kauf’ dir nächstes Mal ne Satteltasche für den Schlauchreifen auf der EXPO ;-) (Und mir den Giro, ich will auch so ‘nen Eierhelm wie Marcel :-) )

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