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Saisonfinale der Masters 2008

Kritik üben ist einfach, aber dann muss man wohl auch mal wieder einen Bericht schreiben. Also los !
Am 09. August stand der letzte Wettkampf am Werbellinsee an. Hans, Jens, Frank Manthey und Norbert Herold waren die gemeldeten Athleten und ich wollte noch ein letztes mal mit der alten Mannschaft wenigstens an den Start gehen. Ankommen war nicht geplant, nur schwimmen und Rad fahren und auf die Laufstrecke wechseln.

Der Werbellinsee empfing uns mit Wind und Wellengang und dann die Hiobsbotschaft: Schwimmen ohne Neo, auch für die Masters. Zum Glück wurde diese Entscheidung kurz vor zwölf gekippt. Angeblich wegen der allgemeinen rauen Witterungsbedingungen, aber gut informierte Kreise vermuten dahinter die Mutter von Lars Köhler (Osteomed). Die kennt die Frau von Norbert Hennig und…uns war es jedenfalls sehr recht.

Die Ausgangssituation vor dem Rennen versprach viel Spannung. Auf Platz 1 Osteomed mit 5 Punkten, dann A3K mit 6, welche die letzten beiden Rennen allerdings gewonnen hatten. Also Showdown in der Schorfheide !! Genauso spannend der Kampf um Platz 3. Wir mit 9 Punkten, Neukölln mit 10, wobei wir noch 10min Zeitvorsprung hatten. Uns würde also ein 4.Platz mit weniger als 10 min Rückstand reichen. Der 3.Platz in der Tageswertung war natürlich auch ein Ziel. Ohne die starken Stefan Aris und Oliver Harms ein schwieriges Unterfangen, dazu Hans mit Verletzung am Fuß. Bei Neukölln fehlten allerdings auch die Besten mit Roger Hoffmann und Peter Kirmiß. Es versprach ein völlig offenes Rennen zu werden bei dem jeder noch mal alles geben musste (außer mir).

Meinen Insiderinformationen zufolge sollten weder Jörg Plenzke (A3K, Sieger in Storkow) noch Jürgen Kiepke (Osteomed, 2.Platz in Bornsdorf und Storkow) am Start sein und somit gute Aussichten für Frank, seinen Erfolg von Bornsdorf zu wiederholen. Aber Jürgen kaufte sich mit 50,- € frei, um doch an den Start gehen zu können.

Der Start verschob sich dann noch von 13:05 auf 13:35 Uhr und so stand weit nach Mittag ein kleines Häufchen Unverzagter am Ufer und stürzte sich in die Fluten. Vorn ging die Post (Insiderwitz) ab und nach 100m Wasserschatten hatte ich den Anschluss an alle vor mir verloren. Aber nach 250m an der ersten Boje vor mit einer der Brust schwamm. Doch aus Freude wurde Entsetzen: Es war Norbert. Ich hoffte nur, er hatte sich kurz verschluckt und würde gleich wieder an mir vorbei ziehen. Dies geschah allerdings nicht und mir schwante schon mein Unheil. Nach dem Rennen stellte sich heraus, er hatte von Anfang an Atemprobleme und konnte seine Leistungen überhaupt nichrt abrufen.

Vorn waren Frank und Hans mit 30sec Rückstand auf die Spitze aufs Rad gewechselt. Keine 7 Minuten danach kam ich. Rauf aufs Rad und treten was das Zeug hält, aber das Zeug hielt an diesem Tag nicht viel. Wahrscheinlich noch die 180km von der Ostseeman-Staffel 6 Tage zuvor in den Beinen, es war alles sehr zäh. Da ermunterte es mich auch nicht wirklich, dass ich erst Kerstin Hering (TSV Cottbus) und dann noch Frank Wiedemann (Neukölln) überholte. Erst da wurde mir so richtig klar, warum wir nur so Wenige waren. Dresden und Leipzig waren überhaupt nicht angetreten. Einfach nicht gekommen !! Nach 15km kam Reiner Braun (Osteomed) von hinten an mir vorbei geflogen, sehr deprimierend. Kurz danach kamen mir die Führenden entgegen, ein gewohntes Bild. Erster Lars Köhler und im korrekten 10m Abstand Jürgen Kiepke, danach in kurzem Abstand Henrik Sievers (A3K), Frank Manthey, Frank Rutkowski (Osteomed), und Hans. Auf meinem Rückweg sah ich dann Norbert mit ca. 3min und Jens mit 4min hinter mir und mir wurde immer mehr gewiss: Dirk, du musst wahrscheinlich doch erstmal los laufen und sehen, wie weit du kommst. Kurz vorm Ziel konnte ich sogar noch Antje Ungewickell überholen und so ging es in die Wechselzone. Nach kurzer Orientierungslosigkeit fand ich den Ausgang und lief los. Bereits nach 1km kamen die Führenden von vorn, Jürgen, Henrik, Frank R. Lars Köhler und dann Frank M. und Hans. Was aber wirklich beängstigend war, danach in kurzem Abstand Rene Landgraf, Frank Nickel und Klaus Schwob, alle Neukölln und mit der Zeitgutschrift von Antje kurz hinter mir sah es nicht gut um die Gesamtwertung aus. Kurz danach das Schmankerl der Strecke, ein Bergauf-Geländestück über Wurzeln und durch Sand, was jedem Crosslauf zur Ehre gereicht hätte. Als Jens mich nach ca. 3,5km überholte sagte er, ich müsse alles geben, Norbert ist sehr weit weg. Also habe ich den Schalter umgelegt auf durchlaufen. Jetzt wollte ich mich auch nicht mehr vom Führenden überrunden lassen und gab alles, was so ohne 2 Jahre Lauftraining und mit einer kaputten Achillessehne möglich war. Ich war gerade am Ziel vorbei, da hörte ich den Sprecher: „Und jetzt der Erste der Masters, Jürgen Kiepke“. Puh, das war knapp. Nach 7km überholte mich Antje noch und ich wusste, es würde sehr eng werden. Die Beine liefen eigentlich ganz gut, zumindestens konstant und die Schmerzen hielten sich in Grenzen. So beendete ich mit einer Laufzeit von etwas mehr als 48min den Wettkampf.

Und dann das bange Warten. Hatte sich das alles gelohnt? Frank hatte keinen guten Tag erwischt, schon beim Rad waren die Beine schwer und das besserte sich auch beim Lauf nicht, am Ende Platz 5. Hans hatte sich durchgequält, Platz 6 und Jens mit einer guten Laufzeit noch ein paar Plätze gut gemacht bis auf 17, aber auch nur gut 3min vor mir. Norbert hatte sich tapfer durchgekämpft mit seinen Atemproblemen und nicht aufgegeben.

Und dann die Erlösung: Zwar nur Tagesvierter mit über 3min Rückstand, aber es reichte für den 3.Platz Gesamt in der Regionalliga Ost. Zwar punktgleich, aber zum ersten mal vor TuS Neukölln.

Natürlich haben wir diese Platzierung vor allem unseren Gaststartern Frank Manthey und Stefan Aris zu verdanken, aber auch Hans war wieder eine Bank und Oli hat sich in diesem Jahr ganz besonders gesteigert. Auch Anja ist nicht zu vergessen, die mit ihrem selbstlosen Einsatz den 3.Platz in Storkow ermöglichte und damit die Spannung aufrecht erhielt. In allererster Linie gilt der Dank aber Hans und Jens, die es durch ihr Engagement erst ermöglichten, überhaupt eine Mannschaft an den Start zu bekommen. Nach den Rückzügen aus persönlichen und verletzungsbedingten Gründen von Anja, Uwe, Torsten und mir eine tolle Leistung.

Und mir war es eine große Freude der Mannschaft mit meinem Einsatz ein würdiges Abschiedsgeschenk zu machen und den 3.Platz zu sichern. Die Schmerzen waren nach 5 Tagen wieder weg, dafür hat es sich aber gelohnt. Es gab ja auch noch mal etwas Kleingeld für diese Platzierung und ich hoffe, beim ausgeben dabei sein zu dürfen.

Mit sportlichem Gruß, Schatti

P.S. Mal sehen, ob Hans wenigstens die 10,-€ für meine Nachmeldung raus rückt.

5 Reaktionen zu “Saisonfinale der Masters 2008”

  1. skurt

    Danke Dirk für diesen ausführlichen Saisonabschlussbericht und Gratulation ans Team!

  2. Ornella

    Glückwunsch, tolle Leistung !!!

  3. rob

    Das einzige Team der Grünauer auf dem Podium in dieser Saison,
    Glückwunsch an die Masters auch von mir!

  4. Marco

    Na das nenn ich doch mal “ausführlich”.
    Von mir auch noch mal Glückwunsch zum Platz auf dem Podium!

  5. Schatti

    Für alle, die wie ich nicht so fit sind in Computer: Wenn man die Bilder im Bericht anklickt werden sie größer und man sieht auch die ganze Mannschaft vom SSCBG und nicht nur die Charlottenburger mit Hans und Norbert.

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